Alte Freunde

Alte Sachen.

Alte Sachen.

Ein Rock mit passender Weste. Vor vielen, vielen Jahren nähte meine Mutter mir das, und aus mir nicht mehr ganz gewärtigen Gründen zog ich es nie an. Aber Frau Amsel paßte und gefiel es, und sie nahm’s, sehr zu meiner Freude. An ihr habe ich die Kleidungsstücke, vielseitige Klassiker, oft gesehen.

Kürzlich fragte sie: ob ich die Sachen wiederhaben wollte? Einfach wegtun, das bringe sie nicht übers Herz. Leider sei sie mal mit der Weste hängengeblieben, in einem Fleischerhaken, darum sei da an der Schulter eine große Narbe …

Gar keine Frage.

Nun habe ich sie wieder, Weste und Rock. Ich trage sie und die Stopfstelle mit Andacht. Sie haben lange gehalten.

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Über Löcher (I)

Es ist ganz einfach: Kleidung besteht aus Tuch, Tuch besteht aus Faden.

Faden ist in eine Richtung praktisch ohne Ausdehnung (dünn wie ein Fädchen), in die andere schier endlos (ellenlang). Er bildet die Grundlage für die dreidimensionalen Hüllen, in denen wir stecken.

Zusammengehalten werden die Fäden des Gewebes durch Reibung. Fehlt es an Reibung, fallen sie auseinander, und irgendwann hält das Ganze nicht mehr. Wie Reibung abhanden kommt: durch Materialverlust, durch Verlust von Spannung, durch Veränderung der Fasern.

Höchstselbst im beständigen Gebrauch abgewetzt.

Über Materialverlust