Beim Flicken eines Hosenbodens

Hab ich so oft und lang und hart gesessen,
daß selbst das zäh‘ und duldsame Geflecht
des Hosenstoffes nicht mehr hält so recht?
Da wär wohl nun auch dieser Hose Zeit gemessen,

wenn ich nicht mit der Nadel was dagegen täte.
So sitz ich, statt an Worten fort zu feilen,
am Fenster und verhindere das Teilen
der Lieblingshosen rückwärtiger Nähte.

Und wie ich, trotzend wohl dem Lauf der Zeit,
Stich um gemessnen Stich zusammen reih,
schaff ich doch, was ich schaffen wollte, nicht:

ich komm in meinem Text bei weitem nicht so weit.
Doch selbst wenn heut‘ ich keine Dicht’rin sei,
der Hosenboden, immerhin, ist wieder dicht.

 

Erstes Gedicht der losen Serie „Bei Bloggers daheim: Haushaltssonette“.
Zweites Gedicht hier.
Weitere willkommen.