Feines Fädchen

Und von Frau Richensa: eine kleine Flickgeschichte mit Rosen (die gibt es zu sehen, wenn man den Originalbeitrag anschaut). Schönsten Dank!

Erinnerungsengramme

Gerne schaue ich ja im Stopfblog vorbei und denke mir immer, dass ich doch auch in meinen Schränken und Schubladen so manches Stück habe, welches von geschickten Fingern gestopft wurde. Zumeist habe ich keinen Fotoapparat zur Hand, wenn mir so ein Gespinst durch die Finger schlüpft. Aber gestern beim Bügeln passte alles: der Kopfkissenbezug war geplättet und der Fotoapparat in Griffweite.
Er hat die ungewöhnlichen Maße von 80 x 50 cm, wurde einst wohl aus einem Tischtuch genäht. Ich habe drei dieser Kissenbezüge. So etwas Feines wurde wieder gestopft. Auch wenn keines meiner Kissen wirklich gut hineinpasst, werden sie immer mal wieder benutzt.

Frau lakritze gewidmet…

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Langes Fädchen

Kleine Ferien mit Richensa: ein Ausflug zu den Webern im nördlichen Frankreich. Und möge die Stopfnadel noch lange fernbleiben –!

Erinnerungsengramme

„Langes Fädchen, faules Mädchen“ ist eine alte Spruchweisheit für stopfende oder nähende Mädchen. Für Weber dürfte sie nicht gelten, denn das hätte ein eher instabiles Gespinst zur Folge. Frau Lakritze mit ihren scharfen Augen hat sie im Bildhintergrund entdeckt, die langen Fäden und hier sollen sie nun gewoben werden.

Im Vorfrühling Ende März war ich mit meiner Schwester zur ersten schwesterlichen Urlaubsreise seit Kindertagen aufgebrochen, die uns unter anderem ins Elsass führte. Nach einem mächtig verregneten Aufenthalt in Strassbourg machten wir uns Richtung Süden gen Colmar auf. Die Sonne brach durch die Wolken, das Thermometer kletterte auf behagliche 12°C und wir waren hochzufrieden. Meine Schwester als Beifahrerin hatte uns eine schöne Tour durch die kleinen bunten Dörfer rund um Séléstat ausgesucht und als Zwischenstopp eine traditionelle Weberei vorgeschlagen.

„Kelsch“, so heisst der traditionelle Leinenstoff in Karooptik, der nur noch in ganz wenigen Webereien entsteht und zu solch einer führte uns…

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Die schönsten bunten Garne gibt es bei Karu.

Karu unterwegs

Angeregt durch Lakritzes Stopfblog fielen mir die Fotos von einem Berliner Flohmarkt wieder ein, die sowieso ihretwegen entstanden,  und die Story mit dem Handarbeitsunterricht. Meiner Handarbeitslehrerin rutschte die Hand aus angesichts meiner störrischen Weigerung, das Stopfen von Strümpfen mit hässlichem kratziggrauen Garn und mit Hilfe eine Stopfpilzes zu erlernen, in dem die Nadel immer stecken blieb.  Sie schlug zwar nicht zu, riss aber in ehrlicher innerer Erzürnung an meinem Pferdeschwanz. „Was“ fragte sie mich mit bebender Stimme, immerhin waren das noch die Nachkriegsjahre, „was wirst Du tun, wenn die Socken Löcher haben?“ „Ich werfe sie weg“ war meine  aus innerer Überzeugung gegebene Antwort. In dem Halbjahr hatte ich die erste und einzige 4 auf dem Zeugnis.
Tatsächlich habe ich niemals Socken stopfen müssen. Das besorgt mit Hingabe der Hausherr. Er kann alles auf die feinste Weise geduldig mit Garn verschließen vom Socken bis zur Seidenbluse. Ich weiß das sehr zu…

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Die Schönheit der kleinen Dinge, die jeden Tag durch unsere Hände gehen: die Künstlerin Monika Mosburger vermag sie festzuhalten. In ihrer Sammlung haben sich Gegenstände des täglichen Lebens aus den vergangenen hundert Jahren und mehr erhalten. Sie fügt sie zu Bildern zusammen, die so vertraut scheinen, aber bei genauerem Blick auf Abwege führen: Was näht man eigentlich mit englischem Glacé-Garn? Auf welchen internationalen Ausstellungen wurde Zwirn prämiert? Und wie es wohl kommt, daß sich der Himmel in einem hundertjährigen, schwarzen Leinenfaden spiegelt?

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Im Paradies, da bin ich sicher, muß es Leinen geben! Leinen faßt Kissen griffig ein und lindert Sommernächte mit kühler Hand. Frisches Leinen duftet weiß und zieht den Schlaf an; es kann schwer sein wie ein Kettenhemd und im Wind knattern, daß einen das Fernweh packt.

Leinenservietten. Anfang 20. Jh.

Leinen liebt Hitze: Unterm glühenden Bügeleisen bekommt es Glanz. Was als kalte, krumme Lappen aus der Wäsche kam, streckt sich wohlig und zeigt gewirkte Muster: Fischgrat auf der hessischen Hausweberei, Veilchensträuße auf den herrschaftlichen Servietten. Leinenweiß würde es, wenn es Tau und Sonne trinken dürfte auf der Bleichwiese. (Es gibt eine Bleiche am Fluß, aber die ist vierspurig ausgebaut …)

Und dann sind da die Monogramme. Taufkleid, Nachtwäsche, das letzte Hemd — jedes Stück trägt das stolze Zeichen seiner Besitzerin, Trägerin und womöglich Herstellerin.

Häkelspitze

Ich könnte kein Kleidungsstück machen — vom Raufen, Riffeln, Rotten, Brechen, Schwingen, Hecheln, Spinnen, Haspeln, Weben auf dem Weg vom…

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