Die schönsten bunten Garne gibt es bei Karu.

Karu unterwegs

Angeregt durch Lakritzes Stopfblog fielen mir die Fotos von einem Berliner Flohmarkt wieder ein, die sowieso ihretwegen entstanden,  und die Story mit dem Handarbeitsunterricht. Meiner Handarbeitslehrerin rutschte die Hand aus angesichts meiner störrischen Weigerung, das Stopfen von Strümpfen mit hässlichem kratziggrauen Garn und mit Hilfe eine Stopfpilzes zu erlernen, in dem die Nadel immer stecken blieb.  Sie schlug zwar nicht zu, riss aber in ehrlicher innerer Erzürnung an meinem Pferdeschwanz. „Was“ fragte sie mich mit bebender Stimme, immerhin waren das noch die Nachkriegsjahre, „was wirst Du tun, wenn die Socken Löcher haben?“ „Ich werfe sie weg“ war meine  aus innerer Überzeugung gegebene Antwort. In dem Halbjahr hatte ich die erste und einzige 4 auf dem Zeugnis.
Tatsächlich habe ich niemals Socken stopfen müssen. Das besorgt mit Hingabe der Hausherr. Er kann alles auf die feinste Weise geduldig mit Garn verschließen vom Socken bis zur Seidenbluse. Ich weiß das sehr zu…

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Wundertüte: Nach Strich & Faden

Im Museum der Dinge steht ein Wundertütenautomat. Das hatte er für mich:

Ein Tütchen Fadennudeln (mit Suppenrezept), ein Papierdeckchen, drei Glitzerdinger mit Nadel zum Annähen, eine Schnur Lakritze.

Nach Strich und Faden: Wendung aus der Sprache der Weber, seit dem 19. Jahrhundert als Redewendung gebräuchlich. Stoffe wurden nach Strich (Webart) und Faden (Material) auf Fehlerfreiheit geprüft. Steht für „gründlich“.
nach Duden: Redewendungen (1992)

Paspeliert

Das Lächeln des Zyklopen: Jackett aus gewebter Seide mit Perlmuttknöpfen


Das gibt es nur bei handgearbeiteten Stücken: paspelierte Knopflöcher. Über jedes Knopfloch wird ein rechteckiges Stückchen Stoff genäht, mittig aufgeschnitten, durch die Öffnung gezogen und auf der Rückseite versäubert. Gewöhnliche Knopflöcher, auch bei teuren Marken, sind einfach umstickt.

Aus der Kurzwarenabteilung

Amann Titan Leinenzwirn 2-fach.


20 Meter Leinenzwirn – so fest, näht notfalls auch ohne Nadel. Vielleicht zum Segelflicken? Ich werde damit jedenfalls meinen Rucksack stopfen; der Name „Titan“ scheint mir dafür ein gutes Omen. Wenn das nicht hält!

Aus meinem Flickkorb

Nie findet man Garn in der richtigen Farbe.

Daß ich auch hoffnungslose Fälle nicht leicht wegwerfe, zeigt vielleicht einen Wunsch nach Kontinuität.

Ein geflicktes Kleidungsstück wird wertvoller durch die Zeit und Mühe, die man darauf verwendet hat, sagt eine, die es wissen muß. Ich gebe mein Bestes.