Ganz schön kaputt (unurban)

War'n Versuch wert.

War’n Versuch wert.

Also, urban ist es eigentlich nicht, wenn es nur gut tausend Einwohner hat, und es ist auch keine Brücke, sondern eine Uferbefestigung am Bach. Schade; ich hatte eigentlich gehofft, heute was für Herrn Ackerbaus Tag der urbanen Schönheit zu finden.

Nächstes Jahr vielleicht.

 

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Wegbegleiter, abgelegt.

Rumgekommen sind sie.

Rumgekommen sind sie.

Aus dem letzten Jahrtausend stammen meine Wanderschuhe, ein Paar von Meindl, noch mit den ersten Sohlen und Schnürsenkeln. Ich hatte sie am Alpenrand für einen Einsatz an der Nordsee gekauft. Unerhörte 300 Mark sollten sie kosten, aber ich bekam sie für 260, denn richtig gepaßt hatten sie eigentlich nicht: ein Kompromiß aus zu kurz und zu weit. Ich weiß nicht, wie viele hundert oder tausend Kilometer ich in ihnen gegangen bin; richtig gute Schuhe waren das. Erst im letzten Jahr falteten sie sich, daß sie drückten; auf dem letzten gemeinsamen Weg, schwierige Strecke, haben sie mir bös wehgetan.

Ich würde sie nicht leichtfertig ausmustern, aber: Nun ist es Zeit, die Neuen zu schnüren.

 

 

Perdu

schuhe

Das waren Lieblingsschuhe, und sie sind nicht mehr.

Gekauft im Jahr, nach dem sie aktuell waren; rot und schwarz. Getragen und getragen und getragen, mit Einlegesohlen bis in den tiefsten Winter hinein. Naß bin ich in ihnen geworden, neue Senkel mußte ich ihnen kaufen, bei allen Geschichten waren sie dabei. Ich wüßte gern, wie viele rote, wie viele schwarze Kilometer ich mit ihnen gegangen bin.

Das Ende machte sich als plötzliche Schiefe bemerkbar, als ein leises Knirschen: der Kunststoff der Sohlen löste sich auf. Der Schuster hat sie noch einmal geflickt; beim zweiten Mal schüttelte er den Kopf: nichts mehr zu machen. Wie lange sie denn gehalten hätten? Elf Jahre? Da könne ich mich nicht beschweren; länger als so manche Ehe.