Monatsfarben: August

Was für ein wunderbares Geschenk: Statt der beim Gestopften üblichen Beschwerde: die Farben passen nicht! — und das stimmt ja allermeistens auch — bekam ich einen ganzen Kasten mit feinsten Nähseiden, neunundneunzig Farben. Was das Herz begehrt. Nun muß ich vorm Stopfen genau schauen, und es ist immer wieder eine Freude.

Das hier, das ist mein August.

Hochsommerfarben.

Hochsommerfarben.

Ackermann’s Garne

Ackermann’s Schlüsselgarn und Obergarne.

In jedem Nähkästchen finden sich Garne, Knöpfe und Utensilien, die älter sind als seine älteste lebende Besitzerin. Ich weiß nicht, woher diese Ackermann-Garne kommen; sie wohnen zwischen meinen Verbrauchsmaterialien. Aufbrauchen werde ich sie sicher nicht.

Die schönsten bunten Garne gibt es bei Karu.

Karu unterwegs

Angeregt durch Lakritzes Stopfblog fielen mir die Fotos von einem Berliner Flohmarkt wieder ein, die sowieso ihretwegen entstanden,  und die Story mit dem Handarbeitsunterricht. Meiner Handarbeitslehrerin rutschte die Hand aus angesichts meiner störrischen Weigerung, das Stopfen von Strümpfen mit hässlichem kratziggrauen Garn und mit Hilfe eine Stopfpilzes zu erlernen, in dem die Nadel immer stecken blieb.  Sie schlug zwar nicht zu, riss aber in ehrlicher innerer Erzürnung an meinem Pferdeschwanz. „Was“ fragte sie mich mit bebender Stimme, immerhin waren das noch die Nachkriegsjahre, „was wirst Du tun, wenn die Socken Löcher haben?“ „Ich werfe sie weg“ war meine  aus innerer Überzeugung gegebene Antwort. In dem Halbjahr hatte ich die erste und einzige 4 auf dem Zeugnis.
Tatsächlich habe ich niemals Socken stopfen müssen. Das besorgt mit Hingabe der Hausherr. Er kann alles auf die feinste Weise geduldig mit Garn verschließen vom Socken bis zur Seidenbluse. Ich weiß das sehr zu…

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Die Schönheit der kleinen Dinge, die jeden Tag durch unsere Hände gehen: die Künstlerin Monika Mosburger vermag sie festzuhalten. In ihrer Sammlung haben sich Gegenstände des täglichen Lebens aus den vergangenen hundert Jahren und mehr erhalten. Sie fügt sie zu Bildern zusammen, die so vertraut scheinen, aber bei genauerem Blick auf Abwege führen: Was näht man eigentlich mit englischem Glacé-Garn? Auf welchen internationalen Ausstellungen wurde Zwirn prämiert? Und wie es wohl kommt, daß sich der Himmel in einem hundertjährigen, schwarzen Leinenfaden spiegelt?

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