Statt Monogramm

mehrwert

Mehrwert.

Was machst du dir denn mit den Handtüchern so viel Arbeit? Kauf doch lieber neue, die kosten ja nix.

 

 

 

Advertisements

Stickhilfen

Erst einfärben, dann sticken. (Klick: Genaueres.)

Für die Schönschrift. (Klick: Genaueres.)

Ein weiterer Blick in die Bestände von Frau wardawas, diesmal: Wie haben die damals eigentlich diese Monogramme so wunderschön hinbekommen?

Mit diesen Schablonen und dem Stupfpinsel samt blauer Farbe markierte die fleißige Braut ihr Aussteuerleinen, das es anschließend mit säuberlicher Weißnäherei mit den Initialen zu besticken galt. Der Bestand erhielt außerden oft fortlaufende Nummern (das Dutzend Bettlaken, Taschentücher etc.). Selbst an die Bögen für die Langetten-Umrandung ist gedacht … Die bürgerlichen jungen Damen müssen Stunden und Stunden am Stickrahmen verbracht haben (wenn sie es nicht an das Dienstmädchen delegierten) …
Unfaßbar für heutige Verhältnisse; aber wer stickt, kann den Gedanken an den Liebsten nachhängen und treibt keine sonstige Allotria …
Schön für uns, wenn wir die sorgfältig bestickten Leinensachen erben oder auf dem Flohmarkt finden können. In Zeiten, wo Kleidung bei Primark für ein paar Euro gekauft, einmal getragen und dann weggeworfen wird, schon nachdenkenswert. Aber die Herstellung der schönen Leinenwäsche war halt enorm arbeitsaufwendig, die Qualität hielt Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, da ist der Wäschevorrat ein echter Schatz, Teil der „Mitgift“ und wird in Ehren gehalten.

Monogramm …

Aus anderer Leuts Nähkästchen

Gastfotos von Frau wardawas. (Klick macht mehr Garn.)

Gastfotos von Frau wardawas. (Klick macht mehr Garn.)

Sternzwirn, Knopfzwirn, Glanzgarn, Glacégarn, Leinen 3fach Schlüsselgarn … Sind die nicht wunderschön? Das sind Garne aus den Beständen von Frau wardawas, Saarländerin, Spaziergängerin, Sammlerin hübscher Sachen. Ich bestaune einmal mehr, was es alles gab, und danke herzlich für den Gastbeitrag!

 

 

 

Hüllen füllen

Jahrzehnte war das Heilige Hemd immer dabei, wenn ich auf Reisen oder Wanderungen ging, bis mein Rucksack ein Loch hineingescheuert hatte, das sich nicht mehr schließen ließ.

Vom Laken über Altartuch und Hemd zum Kissenbezug.

Vom Laken über Altartuch und Hemd zum Kissenbezug.

Nun ist es, in seiner vierten Inkarnation, wieder ins Bett zurückgekehrt. Ich schlafe gern darauf.

Ich überlege manchmal, wer wohl diesen Stoff gewebt hat, und ob er oder sie sich freuen würde, daß er so ein langes Leben hat.

Wegbegleiter, abgelegt.

Rumgekommen sind sie.

Rumgekommen sind sie.

Aus dem letzten Jahrtausend stammen meine Wanderschuhe, ein Paar von Meindl, noch mit den ersten Sohlen und Schnürsenkeln. Ich hatte sie am Alpenrand für einen Einsatz an der Nordsee gekauft. Unerhörte 300 Mark sollten sie kosten, aber ich bekam sie für 260, denn richtig gepaßt hatten sie eigentlich nicht: ein Kompromiß aus zu kurz und zu weit. Ich weiß nicht, wie viele hundert oder tausend Kilometer ich in ihnen gegangen bin; richtig gute Schuhe waren das. Erst im letzten Jahr falteten sie sich, daß sie drückten; auf dem letzten gemeinsamen Weg, schwierige Strecke, haben sie mir bös wehgetan.

Ich würde sie nicht leichtfertig ausmustern, aber: Nun ist es Zeit, die Neuen zu schnüren.

 

 

Mit Löchern leben

Dank Frau Amsel ein bezaubernder Link: Pergament, hauchdünn geschabte Tierhaut, war ein kostbarer Datenträger. Das warf man nicht einfach weg, wenn man beim Schreiben auf ein Loch stieß.

Was aber tun, wenn man nichts tun kann gegen Löcher? Hier ein paar mittelalterliche Ideen (englisch — weitere Bilder, wenn man den Links folgt).

(Ehrlich, Frau Amsel sollte hier langsam einen Gastzugang bekommen.)

Beim Flicken eines Hosenbodens

Hab ich so oft und lang und hart gesessen,
daß selbst das zäh‘ und duldsame Geflecht
des Hosenstoffes nicht mehr hält so recht?
Da wär wohl nun auch dieser Hose Zeit gemessen,

wenn ich nicht mit der Nadel was dagegen täte.
So sitz ich, statt an Worten fort zu feilen,
am Fenster und verhindere das Teilen
der Lieblingshosen rückwärtiger Nähte.

Und wie ich, trotzend wohl dem Lauf der Zeit,
Stich um gemessnen Stich zusammen reih,
schaff ich doch, was ich schaffen wollte, nicht:

ich komm in meinem Text bei weitem nicht so weit.
Doch selbst wenn heut‘ ich keine Dicht’rin sei,
der Hosenboden, immerhin, ist wieder dicht.

 

Erstes Gedicht der losen Serie „Bei Bloggers daheim: Haushaltssonette“.
Zweites Gedicht hier.
Weitere willkommen.